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Früherkennung Hautkrebs – Sonnenschutz

4.4. Früherkennung: Warum der Sonnenschutz so wichtig ist, um das Hautkrebsrisiko zu senken

„Du bist aber schön braun geworden!“ Wer sich so positiv über die angeblich „gesunde“ Hautfarbe äußert, blendet meist aus, dass UV-Strahlen Hautkrebs verursachen können. Hier fasst die Bayerische Krebsgesellschaft das Wichtigste über die Gefährlichkeit von UV-Strahlen und über Sonnenschutzmittel zusammen. Mit 12 Tipps zur Vermeidung von Hautkrebs.

Wichtig zu wissen: Hautkrebs-Früherkennung
Gesetzlich Versicherte haben ab dem Alter von 35 Jahren alle 2 Jahre Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs:

  • Für dieses „Hautkrebs-Screening“ können Sie zu Ihrem Hausarzt bzw. Hautarzt (Dermatologe) gehen.
  • Obwohl diese Untersuchung dazu führt, Hautkrebs frühzeitig entdecken zu können, nimmt sie bislang nur etwa jeder dritte Kassenpatient in Deutschland wahr.

Ganz gleich, ob die ultravioletten Strahlen von der Sonne oder vom Solarium stammen – unsere Haut reagiert auf jegliche UV-Strahlung:

  • Die Oberhaut verdickt sich und hält so einen Teil der UV-Strahlen zurück. An verschiedenen Körperstellen bildet sich die Lichtschwiele unterschiedlich stark aus.
  • Der Körper versucht, das UV-empfindliche Erbgut in den Zellkernen der Hautzellen zu schützen. Dafür werden die Pigmentzellen aktiv und bilden das bräunlich-schwarze Melanin, das sich wie ein schützender Mantel um die Zellkerne legt.
  • Parallel dazu versucht der Körper, die bereits eingetretenen Hautschäden zu beseitigen.

Die Schutzmechanismen unseres Körpers funktionieren nur bis zu einem bestimmten Grad. Vor allem bei heller Haut kommt es schon nach wenigen Minuten zu einem Sonnenbrand. Daher ist es wichtig, dass sich Menschen mit einem hellen Hauttyp besonders gut vor den UV-Strahlen schützen.
Hier ein Überblick über die 6 verschiedenen Hauttypen. Die Zeit, bis es ohne Sonnenschutz zum Sonnenbrand kommt, bezeichnen Mediziner auch als Eigenschutzzeit der Haut:

  • Keltisch (Hauttyp I): sehr helle Haut, blonde bis rote Haare, helle Augen keine Bräunung, Sonnenbrand nach 5 bis 10 Minuten
  • Nordisch (Hauttyp II): helle Haut, dunkelblonde Haare, helle Augen leichte Bräunung, Sonnenbrand nach 10 bis 20 Minuten
  • Europäisch dunkel (Hauttyp III): leicht getönte Haut, braune Haare, graue bis braune Augen, anhaltende Bräunung, Sonnenbrand nach 30 Minuten
  • Mediterran hell (Hauttyp IV): braune Haut, dunkle Haare, dunkle Augen, schnelle intensive Bräunung, Sonnenbrand nach 30 bis 40 Minuten
  • Mediterran dunkel/asiatisch (Hauttyp V): dunkle, olivbraune Haut, schwarze Haare, dunkle Augen immer braun, Sonnenbrand nach 45 Minuten
  • Negroid (Hauttyp VI): schwarze Haut, schwarze krause Haare, dunkle Augen, immer schwarz, sehr selten Sonnenbrand

Am wichtigsten ist der Schutz gegen die UV-B-Strahlung. Daher bezieht sich der Lichtschutzfaktor von Sonnenschutzmitteln auch immer auf diese Strahlen, die in die obere Hautschicht eindringen.
Achten Sie beim Einkauf auch auf den zusätzlich aufgedruckten Hinweis „UV-A-Filter“, denn Produkte mit diesem Logo schützen auch gegen die UV-A-Strahlen, die tiefer in die Haut eindringen.

Wichtig zu wissen: „Sunblocker“ gibt es nicht, denn kein Sonnenschutzmittel kann die UV-B-Strahlen komplett blockieren.

Bei Sonnenschutzmitteln gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Wirkmechanismen:

  1. Sonnenschutzmittel mit chemischen UV-Filtern interagieren mit der Strahlung und wandeln sie in Wärme um. Aufpassen: Die Wirkung setzt erst nach etwa 30 Minuten ein, dann erst sind alle im Sonnenschutzmittel enthaltenen Moleküle aktiv. Chemische UV-Filter zersetzen sich nach 3 bis 6 Monaten. Sie sollten also für jede Saison ein neues Produkt kaufen.
  2. Sonnenschutzmittel mit mineralischen UV-Filtern funktionieren wie viele kleine Spiegel auf der Haut. Diese Sonnencremes schützen Ihre Haut also sofort nach dem Auftragen. In der Reinform und in Kombination mit chemischen UV-Filtern gibt es bereits einige Produkte, die einen Lichtschutzfaktor bis 50 haben.

Den Lichtschutzfaktor ermitteln die Hersteller von Sonnenschutzmitteln im Labor. Dabei vergleichen Sie die Zeit, in der die Haut mit und ohne Sonnenschutzmittel auf künstliches Licht reagiert, das dem Sonnenlicht ähnlich ist.
Der Lichtschutzfaktor bezieht sich nur auf den UV-B-Schutz und gibt an, wieviel länger Sie sich nach dem Eincremen in der Sonne aufhalten können, ohne dabei einen Sonnenbrand zu entwickeln. Beispiel:

  • Beim hellen Hauttyp I dauert es 10 Minuten, bis sich ein Sonnenbrand entwickelt. Diese Eigenschutzzeit der Haut lässt sich verlängern, wenn Sie ein Sonnenschutzmittel auftragen. Unter Laborbedingungen lässt sich bei einem Lichtschutzfaktor 15 die Zeit bis zum Sonnenbrand von 10 auf 150 Minuten verlängern.
  • Hautärzte empfehlen, diese Zeit auf Zweidrittel zu verkürzen. Unter realen Bedingungen sind das also 90 Minuten, bis ein Sonnenbrand entsteht.
  • Wichtig ist zudem, dass Sie das Sonnenschutzmittel genauso dick wie bei den Labortests auftragen: Hautärzte empfehlen 4 Esslöffel für den Körper eines Erwachsenen. Als Alternative können Sie sich auch nach 30 Minuten nochmals eincremen, um die Laborbedingungen zu erreichen.

In Europa dürfen Sonnencremes erst ab dem Lichtschutzfaktor 6 als Sonnenschutzmittel bezeichnet werden:

  • niedriges Schutzniveau: Lichtschutzfaktor 6, 8 und 10
  • mittleres Schutzniveau: Lichtschutzfaktor 15, 20 und 25
  • hohes Schutzniveau: Lichtschutzfaktor 30 bis 50
  • sehr hohes Schutzniveau: Lichtschutzfaktor 50+

Für die Aktion „Sonne(n) mit Verstand“ haben das Bayerische Gesundheitsministerium und das Bayerische Familienministerium diese 12 Regeln zum Hautschutz veröffentlicht.

  1. Gewöhnen Sie Ihre Haut schrittweise an die Sonnenbestrahlung.
  2. Suchen Sie sich mittags ein schattiges Plätzchen, vor allem zwischen 11 und 15 Uhr.
  3. Tragen sie helle, luftige Kleidung aus dichtgewebten Stoffen und einen Sonnenhut mit breiter Krempe.
  4. Tragen Sie eine Sonnenbrille mit UV-Schutz-Gläsern.
  5. Cremen Sie sich mit genügend Sonnenschutzmittel einer angemessenen Lichtschutzklasse ein, bevor Sie in die Sonne gehen.
  6. Tragen Sie das Sonnenschutzmittel mehrmals am Tag auf, denn durch das Baden und Schwitzen können die schützende Wirkung nachlassen.
  7. Achten Sie bei Sonnenschutzmitteln auf ein Verhältnis von 3:1 für den UV-B- und UV-A-Schutz. Beim Lichtschutzfaktor 15 (für den UV-B-Schutz) liegt der UV-A-Schutzfaktor also bei 5.
  8. Schauen Sie auf den Beipackzettel der Medikamente, die Sie einnehmen. Wenn sie die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen, sollten Sie das berücksichtigen.
  9. Vorsicht bei Kosmetika, Deodorants und Parfüms. Wenn Sie sie vor der Sonnenbestrahlung verwenden, können bleibende Pigmentierungen entstehen.
  10. Bei empfindlicher und/oder nicht lichtgewöhnter Haut sollten Sie – ohne Sonnenschutz – nicht länger als fünf bis zehn Minuten in der Sonne bleiben.
  11. Schöpfen Sie die maximale Sonnenschutzzeit nie völlig aus. So können Sie auch Schäden in tieferen Hautschichten vermeiden.
  12. Riskieren Sie keinen Sonnenbrand, und gehen Sie auch nicht zu lange in die Sonne – denn selbst ohne Sonnenbrand können die UV-Strahlen Ihrer Haut schaden.
  • bei wiederholten Sonnenbränden in der Kindheit und Jugend
  • bei vielen Pigmentmalen am Körper (mehr als 40)
  • bei einer Neigung zu Sommersprossen
  • Der schwarze Hautkrebs (das maligne Melanom) zeigt sich oft an Stellen, die der Sonne oft ausgesetzt waren, und kann Metastasen bilden. Der Hautkrebs kann sich aber auch dort bilden, wo UV-Strahlen niemals hinkamen – wie beispielsweise in der Scheide.
  • Der helle oder weiße Hautkrebs ist nicht so gefährlich wie der schwarze Hautkrebs, weil er keine Metastasen bildet. Aber er kommt viel häufiger vor und muss auch medizinisch behandelt werden.

Bei auffälligen Hautflecken hilft diese leicht zu merkende Checkliste. Bitte wenden Sie sich an Ihren Hautarzt oder Ihre Hautärztin, wenn Sie folgende Warnzeichen bemerken:

  • A wie Asymmetrie: Achten Sie auf Flecken mit einer unsymmetrischen Form.
  • B wie Begrenzung: Auffällig sind Flecken mit unscharfen, gezackten oder ausgefransten Rändern.
  • C wie Colour (Farbe): Lassen Sie Flecken begutachten, wenn sie mehrfarbig oder komplett schwarz sind.
  • D wie Durchmesser: Flecken mit einem Durchmesser von mehr als 5 Millimetern können verdächtig sein.
  • Die Größe oder Farbe eines Flecks ändern sich schnell.
  • Aus einem Fleck wird ein Knötchen.
  • Muttermale jucken, brennen oder bluten.
  • Stellen an der Sohle oder unter einem Nagel verfärben sich dunkel.
  • Der Nagelwall hat sich entzündet, die Stelle heilt lange nicht ab.

Hier erfahren Sie mehr zur Krebsfrüherkennung

Wenn Sie Fragen haben oder über Ihre Sorgen und Ängste mit uns sprechen möchten können Sie sich gern an die Mitarbeiter der Krebsberatungsstellen der Bayerischen Krebsgesellschaft wenden. Unsere Adresse finden Sie im Kontakt.

Hier können Sie weiterlesen, wenn Sie sich für das Thema „Leben mit Krebs“ interessieren. ((interner Link))

Diese Broschüren der Bayerischen Krebsgesellschaft können Sie kostenlos downloaden:

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