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Darmkrebsvorsorge

4.3. Warum die Darmkrebsvorsorge so wichtig ist

„Darmkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung in Deutschland“, erklärt Professor Dr. Günter Schlimok, Präsident der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V. Der Internist und Onkologe aus Augsburg fasst hier zusammen, warum die Darmkrebsvorsorge tatsächlich mehr als eine „Früherkennung“ ist.
 

Nur jeder Dritte ab 55 Jahren geht zur Darmkrebsvorsorge

Gesetzlich Krankenversicherte können

  • ab einem Alter von 50 Jahren einmal jährlich einen Test machen, bei dem eine kleine Stuhlprobe auf nicht sichtbares („okkultes“) Blut untersucht wird.
  • ab dem 55. Lebensjahr zwei kostenlose Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren machen lassen. Dieses Angebot nimmt bislang aber nur ein Drittel der Anspruchsberechtigten wahr.

Wenn Sie privatversichert sind, fragen Sie bitte Ihre Krankenkasse, welche Leistungen sie übernimmt.
Menschen, die älter als 75 Jahre sind, nehmen in der Regel keine Darmspiegelung zur Früherkennung wahr, weil Komplikationen mit dem Alter häufiger werden. Auch bei einer schweren Herzschwäche ist eine Darmspiegelung meist nicht sinnvoll.

Wichtig zu wissen: Die Darmspiegelung (Koloskopie) gilt derzeit als die effektivste Methode, um Darmkrebs zu diagnostizieren und um der Krankheit vorzubeugen. Denn dabei

  • lassen sich bösartige Tumoren in einem frühen, noch heilbaren Stadium entdecken
  • können Schleimhautpolypen entfernt werden – sie gelten als Vorstufen von Darmkrebs.
  • sinkt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken bzw. daran zu sterben.
  • Die Untersuchung erfolgt mithilfe eines speziellen Instruments. Dieses Koloskop ist ein 1,5 m langer biegsamer Schlauch mit einem Durchmesser von 1 cm. An der Spitze befinden sich eine kleine Lichtquelle, eine kleine Kamera und eine kleine Schlinge oder Zange.
  • Der Arzt oder die Ärztin führt den Schlauch in den After ein und schiebt ihn langsam in den gesamten Dickdarm bis zum Übergang in den Dünndarm vor.
  • Dabei überträgt die kleine Kamera fortlaufend Bilder aus dem Inneren des Darms auf einen Monitor.
  • Während der Untersuchung erweitert der Arzt oder die Ärztin den Darm mit Luft, um die Darmschleimhaut besser beobachten zu können.
  • Verdächtige Schleimhautbereiche, wie Polypen, kann der Arzt oder die Ärztin mit einer kleinen Schlinge oder mit einer kleinen Zange entfernen. Selten treten dabei Blutungen auf, die sich meist ambulant behandeln lassen.
  • In höchstens 1 von 1000 Fällen kommt es bei einer Darmspiegelung zu heftigen Herzkreislauf-Beschwerden oder dazu, dass der Arzt oder die Ärztin versehentlich die Darmwand verletzt und durchsticht. Bei einer solch schweren, manchmal auch lebensbedrohlichen Situation muss der Patient sofort operiert werden.
  • Bei einem einzelnen, kleinen und unauffälligen Polyp können Sie abwarten und gehen erst nach 10 Jahren wieder zur Darmspiegelung.
  • Bei mehr als 3 Polypen oder einem auffälligen oder größeren Polyp sollten Sie nach 3 bis 5 Jahren nochmals eine Darmspiegelung machen lassen.
  • Bauchschmerzen, die länger als eine Woche anhalten
  • Blut im oder auf dem Stuhl
  • veränderte Stuhlgewohnheiten, etwa bleistiftdünner Stuhl, Wechsel von Verstopfung zu Durchfall und umgekehrt
  • neu auftretende Inkontinenz: bei Abgang von Blähungen regelmäßig gleichzeitige Entleerung von Blut, Schleim oder Stuhl
  • Blässe, ständige Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungsabfall, Gewichtsabnahme
  • tastbare Verhärtungen im Bauchraum und/oder vergrößerte Lymphknoten
  • laute Darmgeräusche, „Rumoren“, starke, anhaltende Blähungen
  • häufiger Stuhldrang, auffallend übel riechender Stuhl

Wenn Sie über Ihre Sorgen und Ängste sprechen möchten, können Sie sich gern an die Mitarbeiter der Krebsberatungsstellen der Bayerischen Krebsgesellschaft wenden. Bitte rufen Sie uns an, oder schicken Sie uns eine Mail. Wir sind gern für Sie da. Unsere Adresse finden Sie im Kontakt.

Hier können Sie weiterlesen, wenn Sie sich für das Thema „Leben mit Krebs“ interessieren. ((interner Link))

Diese Broschüren der Bayerischen Krebsgesellschaft können Sie kostenlos downloaden:
www.bayerische-krebsgesellschaft.de/index.php

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