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Wie häufig ist Krebs?

Wie häufig ist Krebs?

Warum hat der Krebs ausgerechnet mich erwischt? Auf diese Frage gibt es verschiedene Antworten, die sich unter anderem mit Statistiken erklären lassen. Der Internist und Onkologe Professor Dr. Günter Schlimok, Präsident der Bayerischen Krebsgesellschaft, hat sich viele Jahre mit der Krebshäufigkeit beschäftigt und fasst hier die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

Wenn Sie wissen möchten, wie viele Menschen in einem bestimmten Jahr neu an Krebs erkranken und wie viele Krebspatienten gestorben sind, dann können Sie sich beim Robert Koch Institut in Berlin (RKI) informieren.

„Wie viele Menschen in Deutschland heute mit Krebs leben, lässt sich nicht ganz genau beantworten. Denn die Daten, die das Robert Koch Institut zuletzt systematisch ausgewertet hat, stammen aus dem Zeitraum von 2009 bis 2014“, erklärt Professor Dr. Günter Schlimok. Der Grund: In der Krebsforschung beziehen sich Wissenschaftler, Gesundheitspolitiker und Ärzte immer auf 5-Jahres-Zeiträume, weil es immer einige Zeit dauert, bis alle Daten ausgewertet sind. „Aktuell können wir also nur mit Hochrechnungen arbeiten.“

Das Robert Koch Institut veröffentlicht im Auftrag der Bundesregierung regelmäßig Zahlen zur Krebsstatistik:

  • Das Zentrum für Krebsregisterdaten ist eine Abteilung des RKI. Auf der zugehörigen Webseite www.krebsdaten.de finden Sie eine Datenbank – dort können Sie die aktuelle Krebsstatistik für Deutschland für verschiedene Krebsarten abfragen.
  • Das RKI veröffentlicht auch die Broschüre „Krebs in Deutschland“, die Sie kostenlos downloaden können. Der aktuelle Stand ist 2013/2014.

Für Bayern gibt es eine eigene Datenbank beim Bayerischen Krebsregister, auch dort können Sie die Zahlen kostenlos abfragen. Der aktuelle Bericht stammt von 2014 und bezieht sich auf die Jahre 2011/2012.

  • In Deutschland lebten 2014 rund 81 Millionen Menschen.
  • 2014 lebten rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland mit Krebs, dabei lag die Krebsdiagnose nicht länger als 5 Jahre zurück.
  • 2014 wurden in Deutschland rund 476.000 Menschen neu mit Krebs diagnostiziert.
  • Es gab rund 249.200 Krebsneuerkrankungen bei Männern.
  • Bei den Frauen waren es rund 227.000 Krebsneuerkrankungen.

Von den rund 476.000 Krebsneuerkrankungen im Jahr 2014 entfallen etwas mehr als die Hälfte auf diese 4 Krebsarten:

Bei Männern gab es 2014 insgesamt 249.200 Neuerkrankungen in Deutschland. Zurzeit gehen Krebsforscher von Folgendem aus:

  • 50 von 100 Männern erkranken im Laufe ihres Lebens an Krebs.
  • Bei 25 von 100 Männern – also bei jedem vierten Mann – ist Krebs die Todesursache.

Bei Männern wurden diese Krebsarten 2014 am häufigsten erstmals diagnostiziert:

  1. Prostatakrebs: 57.400
  2. Darmkrebs: 33.120
  3. Lungenkrebs: 34.560
  4. Harnblasenkrebs: 22.430
  5. Bösartiger (schwarzer, maligner) Hautkrebs: 10.910

Wir haben ein Netz von Krebsberatungsstellen in Bayern, wo Sie von psychoonkologisch qualifizierten Sozialpädagogen und Psychologen zu allen Fragen rund um ihre Erkrankung kostenfrei beraten werden. Ferner halten wir für Sie verschiedene kostenlose Broschüren zum Download bereit und unterstützen  rund 200 Selbsthilfegruppen in Bayern, von denen einige spezifische Männergruppen z.B. zum Thema Prostatakrebs sind.

Wir haben viel Erfahrung in der Beratung zum Leben mit Krebs und unterstützen an Krebs erkrankte Männer gern bei Fragen wie:

Bei Frauen gab es 2014 insgesamt 227.000 Neuerkrankungen in Deutschland. Derzeit gehen Krebsforscher von diesen Zahlen aus:

  • 44 von 100 Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens an Krebs.
  • An der bösartigen Erkrankung sterben 20 von 100 Frauen, also jede fünfte Frau.

Bei Frauen wurden diese Krebsarten 2014 am häufigsten erstmals diagnostiziert:

  1. Brustkrebs: 69.900 (bei Männern: 650 Neuerkrankungen)
  2. Darmkrebs: 27.900
  3. Lungenkrebs: 19.280
  4. Gebärmutterkrebs: 10.680
  5. Bösartiger (schwarzer, maligner) Hautkrebs: 10.310

In unseren Psychosozialen Krebsberatungsstellen werden Sie von psychoonkologisch qualifizierten Sozialpädagogen und Psychologen zu allen Fragen rund um ihre Erkrankung kostenfrei und individuell beraten. Rufen Sie uns einfach an! Zu vielen Themen haben wir auch Broschüren erstellt, die Sie kostenlos herunterladen oder bestellen können. Oder Sie schließen sich einer Selbsthilfegruppe an.

Viele Krebspatientinnen stellen uns Fragen zu diesen Themen:

Die Diagnose Krebs erhalten meist ältere Menschen, denn es dauert oft viele Jahre, bis sich gesunde Zellen zu bösartigen Krebszellen entwickeln:

  • Derzeit liegt das mittlere Erkrankungsalter bei 69 Jahren.
  • Frauen erkranken im Durchschnitt etwas früher als Männer an Krebs.
  • Bei den Männern macht der Hodenkrebs eine Ausnahme, dabei liegt das mittlere Erkrankungsalter bei 38 Jahren. 

Wissenschaftler erfassen auch die Krebszahlen für Kinder und Jugendliche – aber nur in der Altersgruppe bis zu 15 Jahren, was mit dem weltweit gültigen Statistikzeitraum in 5-Jahres-Schritten zusammenhängt. Ältere Jugendliche fallen in die Altersgruppe der jungen Erwachsenen.

  • In Deutschland leben rund 12,5 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von bis zu 15 Jahren.
  • In dieser Altersgruppe machen Krebserkrankungen nur 1 von 100 Erkrankungen aus.
  • In Deutschland gibt es pro Jahr rund 1800 Krebsneuerkrankungen.
  • Dabei sind Jungen etwas häufiger als Mädchen betroffen.
  • Die häufigsten Krebsarten bei Kindern und Jugendlichen sind Leukämien (etwa 600 Neuerkrankungen pro Jahr), Hirntumoren (etwa 430) und Lymphome (etwa 210).
  • Diese Krebserkrankungen entwickeln sich häufig anders als bei Erwachsenen und werden auch anders behandelt.

Bei der Diagnose Krebs denken viele Menschen sofort daran, dass sie daran frühzeitig sterben müssen. Um das statistisch für eine möglichst große Zahl von Krebspatienten beurteilen zu können, wurden in allen Bundesländern epidemiologische Krebsregister eingerichtet.

Die neuesten Zahlen zu den Todesursachen lassen sich für 2014 und 2015 vergleichen:

  • An erster Stelle der Todesursachen in Deutschland stehen die Herz-Kreis-Laufkrankheiten. Im Jahr 2015 waren es 39 von 100 Sterbefällen. Die Anzahl sank über die Jahre.
  • Krebs war bundesweit die zweithäufigste Todesursache. Im Jahr 2014 gab es 222.972 Todesfälle, das waren fast 25 von 100 Sterbefällen. Die Anzahl nahm über die Jahre zu.

Von 1970 bis 2012 hat sich die Zahl der Krebsneuerkrankungen fast verdoppelt:

  • Im Jahr 2012 erhielten – im Vergleich zu 2010 – mehr Menschen in Deutschland erstmals eine Krebsdiagnose.
  • 2015 stieg die Zahl der Neuerkrankungen nochmals an.
  • Für das Jahr 2016 erwarten Krebswissenschaftler einen ähnlich ansteigenden Trend.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Krebs irgendwann die häufigste Todesursache in Deutschland sein wird. Dafür könnte es zwei Gründe geben:

  1. Künftig sterben weniger Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  2. Die Menschen werden immer älter – und damit steigt das Risiko, an Krebs zu erkranken.

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