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Früherkennung Brustkrebs

4.1. Früherkennung: Brustkrebs

Da die Vorstufen von bösartigen Tumoren in der Brust oftmals frühzeitig entdeckt werden können, sollten Frauen ab 30 Jahren die eigene Brust regelmäßig selbst untersuchen. Ab 50 Jahren können Frauen am Mammographie-Programm teilnehmen. Dr. Ludwig Lutz, Generalsekretär der Bayerischen Krebsgesellschaft, fasst hier das Wichtigste zur Brustkrebsfrüherkennung zusammen. Der Internist und Onkologe aus München leitet eine Privatpraxis für Innere Medizin im Krankenhaus für Naturheilweisen München und hat sich unter anderem auf die Behandlung von Frauen mit Brustkrebs spezialisiert.
 

Grundsätzlich unterscheidet man 2 Arten der Brustkrebsfrüherkennung

  1. Eine Tastuntersuchung können Frauen ab dem Alter von 30 Jahren einmal pro Jahr in Anspruch nehmen. Dabei tastet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Brüste und die Achselhöhlen systematisch ab und erklärt Ihnen, wie Sie Ihre Brust selbst untersuchen können.
  2. Eine radiologische Brustkrebsfrüherkennung können Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle 2 Jahre wahrnehmen. Dieses gesetzlich geregelte Mammographie-Screening gibt es seit 2009 in Deutschland. Die Kosten übernimmt Ihre Krankenkasse. Die Teilnahme ist freiwillig, derzeit geht jedoch nur etwa jede zweite anspruchsberechtige Frau zur Mammographie.

Medizinische Fachworte einfach erklärt

  • (die) Mammographie – Röntgenuntersuchung der Brust (Lateinisch: mamma = Mutterbrust, Brust. Griechisch: graphein = schreiben)
  • (das) Mammakarzinom – der Brustkrebs
  • (das) Screening – systematisches Testverfahren, um in der Medizin mit geeigneten Untersuchungsmethoden in einer speziellen Bevölkerungsgruppe nach Krankheiten zu suchen (Englisch: to screen = etwas auf den Bildschirm bringen, etwas aufmerksam betrachten)

Im Jahr 2012 erkrankten in Deutschland etwa 69.600 Frauen an Brustkrebs. In seltenen Fällen können auch Männer an Brustkrebs erkranken.

Fortschritte in der Therapie und auch die Einführung der Röntgenreihenuntersuchung haben dazu geführt, dass die Brustkrebssterblichkeit gesunken und die Überlebenschancen gestiegen sind. Auch künftig hofft man, dass möglichst viele Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren am Brustkrebs-Screening teilnehmen.

Welche Ergebnisse sind zu erwarten, wenn 1000 Frauen in der nächsten Woche am Mammographie-Programm teilnehmen würden? Die übersichtlich dargestellten Ergebnisse finden Sie in den IQWiG-Entscheidungshilfen (Link siehe unten).

Wichtig zu wissen:

  1. Es gibt immer wieder falsch-positive Ergebnisse. Bei einer solchen Überdiagnose stellt sich nach einem auffälligen Befund heraus, dass es sich doch nicht um Krebs handelt.
  2. Trotz aller Sorgfalt bei der Röntgenuntersuchung können Ärzte in seltenen Fällen Tumore übersehen.
  3. Manchmal entstehen Intervallkarzinome: Dann war der Befund bei einer Röntgenuntersuchung unauffällig, aber bei der nächsten Untersuchung 2 Jahre später wird Brustkrebs festgestellt. Meist handelt es sich um Krebs, der in diesem Zeitraum herangewachsen ist.
  4. Durch die regelmäßige Teilnahme am Mammographie-Programm können 2 bis 6 von 1000 Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt werden.

1. Einladung
Wenn Sie zwischen 50 und 69 Jahre alt sind, erhalten Sie alle 2 Jahre ein Einladungsschreiben.

  • Das beiliegende Merkblatt informiert Sie über die Vor- und Nachteile der Röntgenuntersuchung.
  • Sie können sich frei entscheiden, ob Sie den vorgeschlagenen Termin wahrnehmen möchten oder nicht.
  • Sie können um ein persönliches Aufklärungsgespräch bitten, um über Ihre Fragen zu sprechen.

2. Röntgen

  • Zum Untersuchungstermin bringen Sie bitte Ihre Versichertenkarte mit.
  • Die Röntgenassistentin macht von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen – von oben nach unten sowie von der Mitte zur Seite.
  • Die Qualität der Röntgengeräte wird streng kontrolliert.

3. Beurteilung

  • Zwei speziell trainierte Ärzte beurteilen zeitlich und räumlich getrennt voneinander die
  • Aufnahmen.
  • Im Zweifelsfall werden Sie zur Abklärung noch einmal eingeladen, um weitere Untersuchungen vornehmen zu lassen.

4. Ergebnis und weiteres Vorgehen

  • Innerhalb von 7 bis 14 Tagen nach der Untersuchung erhalten Sie einen Brief mit dem Ergebnis.
  • Bei einem unklaren Befund oder bei einem begründeten Verdacht auf Brustkrebs, erhalten Sie einen zweiten Untersuchungstermin.

Sollte sich der Verdacht auf Brustkrebs erhärten,

  • ist bei tastbaren Knoten eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung (die Sonographie) in der Brust oder in der Achselhöhle sinnvoll.
  • wird eine Gewebeentnahme empfohlen. ((interner Link: Biopsie))

Frauen mit einem erhöhten familiären Brustkrebsrisiko wird eine zusätzliche Kernspintomographie empfohlen.

Falls Sie Fragen zur Brustkrebsfrüherkennung haben sollten, können Sie sich gern an die Mitarbeiter der Krebsberatungsstellen der Bayerischen Krebsgesellschaft wenden.

Hier können Sie weiterlesen, wenn Sie sich für das Thema „Leben mit Krebs“ interessieren. ((interner Link))